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Blutungen können in zwei Arten gruppiert werden, hier unterscheiden wir

  • Lebensbedrohliche Blutungen 
  • nicht Lebensbedrohliche Blutungen

Notfallmässig ist immer die Lebensbedrohliche Blutung interessant, da hier die Blutung sofort ohne Aufschub versorgt, die Blutung unmittelbar gestoppt werden muss. Nicht Lebensbedrohliche Blutungen, Beispielsweise Schürfwunden könnten auch zu einem späteren Zeitpunkt versorgt werden. Doch werden Sie sicherlich auch hier sofort etwas unternehmen. 

Der Unterschied der Blutungen liegt nicht nur in der Zeit, eine Blutung welche Lebensbedrohlich ist und somit unmittelbar gestoppt werden muss, kann mit allen gerade zur Verfügung stehenden Mitteln versorgt werden, eine hingegen nicht Lebensbedrohliche Blutung wird immer sauber, steril versorgt.

Wichtig ist es nur die Blutung jetzt sofort zu stoppen, den Blutverlust = Sauerstoffverlust und demnach sind die drei Lebenswichtigen Organe - Herz, Lunge, Gehirn - betroffen. Eine eventuelle Infektion aufgrund einer nicht sauberen Handhabung kann und muss toleriert werden, eine im Krankenhaus sofort eingeleitete Antibiotika Therapie unterbindet einen möglichen Schaden.

 

Schwerkraft

Nutzen Sie die Schwerkraft und halten Sie das Glied - Arm oder Bein - welches Blutet nach oben, hierdurch kann die Blutung minimiert werden. Bitte denken Sie jedoch daran, das es kontraproduktiv ist alle Extremitäten nach oben zu legen, Blutet der Arm und die Beine werden ebenfalls nach oben gelegt, ist keine Wirkung vorhanden.

 

Abbinden

Abbinden ist eine Maßnahme welche einer Seits theoretisch nicht notwendig ist, anderer Seits gravierende Beschwerden hervorrufen kann. Beim Abbinden werden alle nachfolgenden Regionen nicht mehr mit Blut und demnach nicht mehr mit Sauerstoff durchblutet, Zellen sterben ab. Die Gefahr das hier eine gravierende Störung entsteht, ist leider sehr groß. Im weiteren darf eine Stauung nicht geöffnet werden, sollte der Druck in einem geöffnet werden, können die Gefäße dem ankommendem Druck nicht standhalten und platzen.

Daher bitte nur Abbinden, nicht jedoch öffnen

Abbinden ist allgemein jedoch die Maßnahmen welche nur dann durchgeführt wird, insofern Sie mehrere Patienten haben oder der Patient zwei Lebensbedrohliche Verletzungen hat. Blutungen jeglicher Art können mit ausreichendem Druck immer gestoppt werden.

 

Abdrücken

 Beim Abdrücken, wird die Blutzufuhr durch einen Druck auf den Haupt - Blutstrang im nachfolgenden unterbunden, jedoch liegt der Unterschied zum Abbinden darin, dass lediglich die "Hauptleitung" nicht jedoch die kleinen Gefäße abgedrückt werden. Ist beim Abbinden der gesamte Bereich nach der Stauung nicht mehr mit Blut und demnach mit Sauerstoff versorgt, wird beim Abdrücken dieser Bereich durch die kleinen Gefäße weiterhin durchblutet, natürlich wird die Blutung dennoch minimiert oder gestoppt, so dass auch mit dem Abdrücken jede Lebensbedrohliche Situation unter Kontrolle gebracht werden kann.  

Das Abdrücken kann entweder am Arm oder Bein erfolgen.

Legen Sie drei Finger an der Innenseite des Oberarmes an und rutschen hier leicht nach oben in die Muskeltasche, 

 

Bei Blutungen am Bein, drücken Sie Ihre Faust in die Leiste des Patienten.

 

Im Unterschied zum Arm kann Ihnen der Patient beim Bein nicht helfen. Aufgrund der größeren Blutgefäße welche auch tiefer als die Armgefäße liegen, muss der Ersthelfer mehr Druck aufbauen, dies schafft der Patient selbst nicht. Hingegen kann der Patient am Arm selbst abdrücken bzw. den Arm nach oben halten.


Verbinden

Vierbinden Sie von oben nach unten oder rechts nach links? 

Natürlich ist es egal, wie - rechts nach links oder links nach rechts, von oben nach unten oder unten nach oben - Sie einen Verband anlegen, wichtiger ist das Ergebnis - die Maßnahme muss eine Blutung stoppen.

Betrachten wir zusätzlich sie Situation in welcher sich der Ersthelfer befindet, macht es keinen Sinn, eine Regel bzw. Pflicht für das stoppen der Blutung in Form z.B. unten nach oben zu erstellen, der Ersthelfer muss mit der Situation klar kommen und sein Stresslevel nicht durch "unnütze" Pflichten steigern.

Verbinden Sie daher wie Sie denken, doch natürlich bekommen Sie auch eine kleine "Faustregel" und nachfolgend ein paar Beispiele für Verbände.

"Wenn der Daumen leicht zwischen Mullbinde und Patienten passt, ist der Verband zu locker, wenn jedoch der kleine Finger gerade mit der Fingerspitze dazwischen passt, ist der Verband weder zu locker als auch zu fest"